Kirchenbezirkssynode

Bezirkssynode während ihrer Sitzung am 17.03.17 Foto: Pfarrer Stephan Seiler-Thies

Dr. Klaus Douglass während seines Impulsreferats Foto: Pfarrer Stephan Seiler-Thies

“Reformationsjubiläum 2017 - Was gibt´s denn da zu feiern?“

Besigheim – „Was gibt´s denn da zu feiern?“, unter dieser Frage hat sich die Bezirkssynode des Evangelischen Kirchenbezirks Besigheim mit dem Reformations-Jubiläumsjahr 2017 auseinandergesetzt. Dazu war Dr. Klaus Douglass, theologischer Referent im Zentrum Verkündigung in Frankfurt am Main, am Freitag 17.03. zum Impulsreferat ins Gemeindehaus in Besigheim eingeladen. Zu Beginn erinnerte er an den Begriff der „Freiheit“, der für die reformatorische Entdeckung Martin Luthers wesentlich war. „Freiheit klingt cool und wird heute gerne gefeiert“, so Douglass, Freiheit nach Martin Luther sei aber etwas anderes, als „dass man tun und lassen könne, was man will“.
Dies entfaltete Dr. Klaus Douglass in seinem Impulsreferat in drei Themen. Das erste Thema war die Spiritualität, die mit Martin Luther durch seine Schriften und seine Lieder neu ins Bewusstsein gerückt worden seien. „Bevor die Reformation der Kirchen kam, war es eine Reformation der Herzen.“, so Douglass, „wo findet sich heute noch Herzensbeziehung zu Christus in den Kirchen?“
Als zweites entfaltete Douglass das Thema Gottesdienst und fragte, wo heute Menschen noch konkret von Gott angesprochen werden. Er schlug ein dreifaches Gottesdienstmodell vor, die herkömmlich-traditionellen Gottesdienste, missionarische Gottesdienste und Gottesdienstleben in Hausgemeinden, die alle drei für die Zukunft wichtig seien.
Drittes Thema seines Referats war das allgemeine Priestertum. Douglass beschrieb drei priesterliche Aufgaben, nämlich Gott den Menschen nahe zu bringen, für die Menschen vor Gott einzutreten und sich zwischen das Böse in der Welt und die Menschen zu stellen. Pfarrer hätten die Aufgabe anzuleiten und Menschen zu ermutigen, sich selbst aktiv in den Kirchengemeinden einzubringen.
An das Referat von Dr. Douglass schloss sich ein „Weltcafé“ an. Im Saal des Gemeindehauses diskutierten die Synodalen und Gäste an wechselnden Tischen die drei Referats-Themen. Hierbei wurden Thesen formuliert, die an die Kirchengemeinden zur Weiterarbeit weitergeleitet werden.
Nach dem inhaltlichen Teil der Synode stand der Pfarrplan 2024 auf der Tagesordnung. Aufgrund des demografischen Wandels, weniger Pfarrer/innen und begrenzter Finanzkraft müssen in den Kirchenbezirken Pfarrstellen eingespart werden. Für den Kirchenbezirk Besigheim wurden bei der Synode die Zielzahlen bekannt gegeben. Vorbehaltlich des Beschlusses der Landessynode soll es im Jahr 2024 im Kirchenbezirk Besigheim nur noch 21,75 Pfarrstellen geben. Dies bedeutet eine Stellenkürzung von 3,75 Stellen. Der Kirchenbezirk muss in den kommenden Monaten ein Konzept erarbeiten und beschließen, wie der Pfarrplan vor Ort umgesetzt wird.

Information:

Die Bezirkssynode leitet gemeinsam mit dem Kirchenbezirksausschuss und dem Dekan den evangelischen Kirchenbezirk. Die Mitglieder der Bezirkssynode werden von den Kirchengemeinderäten des jeweiligen Bezirks gewählt. Zu ihr gehören auch die Pfarrerinnen und Pfarrer der Kirchengemeinden.
Zum evangelischen Kirchenbezirk Besigheim gehören 20 Kirchengemeinden und rund 48.000 evangelische Gemeindeglieder.

In seiner Besinnung zur Eröffnung der Bezirkssynode erinnerte Dekan Eberhard Feucht an die befrei-enden Entdeckungen Martin Luthers, die bis heute auch im Leben von Menschen tragen und aktuelle Fragen beantworten helfen. Er sparte aber auch die dunklen Seiten des Reformators nicht aus.
Besigheims Bürgermeister Steffen Bühler begrüßte die Synodalen in seiner Stadt und zitierte Schlagzeilen der Presse über die schwierige Lage der Kirche in heutigen Zeiten betonte aber zugleich die gute Zusammenarbeit seiner Kommune mit den evangelischen Kirchen. 
 

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