Selbstverpflichtung für Pfarrerinnen und Pfarrer im Kirchenbezirk Besigheim / 2012

Grundlegung

Als Geschöpfe und Kinder Gottes hat Gott eine unantastbare Würde in uns hinein gelegt. Gott schenkt uns Würde und Freiheit.
Wir wollen deshalb als Geschöpfe und Kinder Gottes in Respekt miteinander umgehen. 
Wir fordern dies für uns selbst. Auf dieser Grundlage wollen wir aber auch Menschen, mit denen wir leben und arbeiten, Entfaltungsmöglichkeiten und Sicherheit gewährleisten.  

Zum praktischen Umgang miteinander 

Wir tabuisieren den Bereich sexueller Grenzverletzungen und Gewalt nicht. 

Wir nehmen die persönliche Würde und die Grenzen von uns und anderen achtsam wahr: von haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitenden, Gemeindegliedern, insbesondere Kindern und Jugendlichen, Menschen mit Behinderungen, pflegebedürftigen Menschen und Menschen mit Demenz. 

Wir reflektieren bewusst unser eigenes Empfinden und Bedürfnis nach Nähe und Distanz. 

Wir achten darauf, hinsichtlich Nähe und Distanz mit jedem Menschen angemessen und verantwortlich umzugehen.  

Wir wirken sexistischen und anderen diskriminierenden Äußerungen aktiv entgegen. 

Wir nehmen Äußerungen von Opfern sensibel wahr und ernst. Wir klären Betroffene über Wege der Hilfe auf.  

 

Prävention 

Wir verpflichten uns als Pfarrerinnen und Pfarrer, das Thema sexuelle Grenzüberschreitung / sexuelle Gewalt in den verschiedenen Dienstgruppen ins Gespräch zu bringen, wie z. B. KGR, Kindertagesstätten, Diakonie, Jugendarbeit, Unterricht, Besuchsdienst, Kirchenmusik…. 

Wir wollen bei ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Wahrnehmung des Themas schärfen, Informationen weitergeben und Verantwortlichkeiten vereinbaren (Dienstweg, professionelle Beratungsstellen…) 

Wir wollen zur Schärfung des Bewusstseins vorhandene Verhaltenskodices sichten, gegebenenfalls übernehmen oder für den speziellen Arbeitsbereich erstellen[2].  

 

Klare Kommunikation und Zuständigkeiten 

Bei einem Vorfall wird unverzüglich der Dienstweg beschritten und eingehalten, auch zum eigenen Schutz: Information an Dekan Dekan informiert OKR / Beschwerdestelle[3]. Nicht selber ‚einmischen’! 

Die Zuständigkeiten werden beachtet: Der Vorfall wird an professionelle Stellen weitergegeben. Das Opfer entscheidet bei der Weitergabe an professionelle Stellen[4] über die Verfahrensweise[5].  

Zum Umgang mit der Öffentlichkeit: Falls die Presse einbezogen werden muss, dann stets mit dem Sprecher der Landeskirche. 

Hilfsmöglichkeiten sind im Einzelfall zu klären.  

Bei Traumatisierung wird die Hilfe von psychologischen Beratungsstellen in Anspruch genommen. 

Es ist sinnvoll, rechtzeitig Netzwerke vor Ort zu bilden (Fachkundige bei der Polizei, Ärzte, Schulen, Wildwasser, Kobra).

 

Download der Selbstverpflichtung


[1] Angenommen in der Pfarrerdienstbesprechung Besigheim am 8.3.2012 (Ergebnis des Studientages in Löwenstein Okt. 2011)

[2] Sehr umfassend, einschließlich der abgedruckten gesetzlichen Bestimmungen, der Verhaltenskodex der <personname w:st="on">EMK</personname>: www.emk.de/fileadmin/service/downloads/leitlinien.pdf

Außerdem: Selbstverpflichtung zu den Themen Vernachlässigung und Gewalt, insbesondere sexueller Gewalt für ejw, CVJM und VCP in Württemberg: www.ihr-seid-stark.de

[3] Eventuell Organigramm beifügen

[4] Eingefügt auf Bitten der Kommission im OKR. Mail von KRätin Bohnet vom 23.5.2012

[5] Adressliste von professionellen Stellen beifügen.